Ausstellungen

Die neue Dauerausstellung wird die Spezifik des Ortes Bad Düben und der Landschaft der Dübener Heide deutlicher als bisher darstellen. Der Name des Museums ist Programm. So wird sich das facettenreiche Thema Landschaft als roter Faden durch das gesamte Haus ziehen und eine zentrale sowie verbindende Rolle spielen. Im Mittelpunkt steht die Betrachtung, in welcher Weise der Mensch die Natur zu Kulturlandschaft wandelte. Entscheidend für die Ansiedlung von Menschen sind die Beschaffenheit und die natürliche Vielfalt eines Ortes. Für die Dübener Region waren dies vor allem der Wald, der Fluss, Eisenerz und Alaunschiefer, aber auch das Moor als Lieferant für Torf und Moorerde.

Anfänglich fügen sich Leben und Nutzung noch in ein Gleichgewicht, man könnte von Nachhaltigkeit sprechen. Doch wachsende Siedlungen führten zu Rodungen, zum Bau von Straßen und Brücken, zur Schaffung von Gebäuden und Nutzflächen für die Landwirtschaft und damit zu immerwährenden Veränderungen des Landschaftsbildes. Diese Entwicklungen zu erläutern, anschaulich zu belegen und lebendig zu vermitteln wird künftig die wichtigste Aufgabe des Museums sein.

Die neue Dauerausstellung betrachtet die umgebende Natur auch in ihrer kulturellen und politischen Spiegelung. Dabei steht insbesondere der Wandel des Waldes von seiner ursprünglichen Form über die Nutzung als Rohstofflieferant und Ort der Forstwirtschaft zum Erholungs- und Sehnsuchtsort im Fokus. Auch seine geheimnisvolle, romantische Wahrnehmung in künstlerischen Ausdrucksformen soll betrachtet werden.

Je weniger Klingen, je größere Herzen - 400 Jahre Dreißigjähriger Krieg

Wissen für die Zukunft?

Der Titel „Wissen für die Zukunft?“ ist bewusst gewählt. Auch im Sinne des Zitats des Schriftstellers Octavia Paz: „Ich weiß nicht, ob die Geschichte sich wiederholt: Ich weiß nur, dass die Menschen sich wenig ändern.“, stellt sich die Frage, ob und welches Wissen über Kriege der Menschheit zum Fortschritt verhilft. Ist dies überhaupt möglich, angesichts der weltweiten Konflikte, von Gewalt und Verfolgung? Folgt Krieg möglicherweise einer natürlichen Gesetzmäßigkeit im Sinne der Verteidigung und Eroberung von Ressourcen? Die Ausstellung beschäftigt sich auf besondere Weise mit den Ursachen und Folgen von Krieg und Gewalt. In einem Exkurs wird der Versuch gewagt, aufzuzeigen, inwieweit todbringende Gewalt und prosoziales Verhalten durch Evolution tief in der Menschheit verwurzelt sind. Anhand ausgewählter Exponate kann die Tötungsmaschinerie und die Versorgung der Verletzten gezeigt werden. Nicht zuletzt war der Dreißigjährige Krieg der Beginn des Tötens aus Distanz, womit durch neue Technologien auch eine „neue Qualität“ der Vernichtung einsetzte, ein Umstand, der bis in Gegenwart und Zukunft reicht. So kann Wissen für die Zukunft möglicherweise erzeugt werden, indem man das Kriegssystem in seiner wiederkehrenden Ausprägung zum Gegenstand der Ausstellung macht und damit zum Vorschein bringt. Außerdem widmet sich die Ausstellung den geschichtlichen Ereignissen, deren Überlieferung und Weitergabe sowie dem Gedenken in (Bad) Düben. Bei der Darstellung der Zeit des Dreißigjährigen Krieges in Düben stehen die Belastungen der Bevölkerung im Mittelpunkt. Aufgrund der militärisch-strategisch günstigen Lage an der Mulde, in unmittelbarer Nähe zur Dübener Heide, waren Düben und Umgebung immer wieder Schauplätze für Plünderungen, Brandschatzungen und Verwüstungen.

Wegen einer umfangreichen Bau- und Sanierungsmaßnahme finden Sonderausstellung und die Veranstaltungen innerhalb des Rahmenprogramms im NaturparkHaus Dübener Heide direkt am Fuße der Burg Düben statt.

Sonderausstellung vom 27. Mai 2018 bis 31.10.2018

In Ergänzung zur Dauerausstellung präsentierte das Museum mehrfach im Jahr wechselnde Sonderausstellungen. Dabei lassen sich vier Gruppen unterscheiden:

Ausstellungen mit regionalen und überregionalen Künstlern, stadt- und regionalgeschichtliche Ausstellungen zu spezifischen Aspekten, Ausstellungen, die durch Mitarbeit und im Dialog mit der Öffentlichkeit entstehen und Ausstellungen zu zeitgeschichtlichen und gesellschaftlichen Themen. Diese Vielseitigkeit möchte einerseits den heterogenen Interessen unterschiedlicher Zielgruppen gerecht werden und resultiert andererseits aus dem Anspruch des Museums, der Darstellung und der Wahrnehmung von Heimat und Identität differenziert nachzuspüren. Grafische, malerische, fotografischen Werke und Skulpturen machen das Museum zu einem Ort der Verschränkung von Naturraum und Kunstraum. In zahlreichen Sonderaus-stellungen präsentierte das Museum den Besuchern eine vielfältige Entdeckungsreise durch regionale Kunst. Ausstellungseröffnungen finden in der Regel besucherfreundlich am Sonntagnachmittag bei freiem Eintritt statt. Diese Zeit wurde bewusst gewählt, um der einheimischen Öffentlichkeit und den Gästen der Kurstadt die Teilnahme daran zu ermöglichen. Nicht zuletzt der umfangreiche Bestand des Museums an historischen Fotografien und anderen Materialien, die nicht in der Dauerausstellung zu sehen sind, ermöglicht Sonderausstellungen zur Stadt- und Regionalgeschichte. Viele dieser Sonderausstellungen entstehen in Zusammenarbeit mit Heimatforschern, Sammlern, Leihgebern und anderen Partnern vor Ort. Das Museum realisierte immer wieder gezielt Sonderausstellungen im Zusammenwirken mit der Öffentlichkeit. Dazu zählen erfolgreich durchgeführte Kinder- und Jugendwettbewerbe sowie ein Fotowettbewerb in Zusammenarbeit mit dem Verein Dübener Heide e.V.

Ausstellungen zur Zeitgeschichte, besonders die Ausstellungen Wendepunkte I (2004) und Wendepunkte II (2009), stehen für den Anspruch des Landschaftsmuseums, auch die gesellschaftlichen und politischen Aspekte der Region aufzugreifen, insbesondere die zu Zeiten der DDR. Während im Jahr 2004 Fotografien der Bad Dübnerin Rita Janecek zur Wendezeit und der Veränderungen im Stadtbild von Bad Düben im Vordergrund standen, widmete sich die zweite den unterschiedlichen Befindlichkeiten und Ansichten zum Thema DDR. Die Präsentationen dokumentierte gleichzeitig, wie wir mit Erinnerungen umgehen. Hauptbestandteil waren die Ergebnisse von Interviews mit Zeitzeugen, anhand derer sich die Vielfalt der persönlichen Erfahrungen in Schrift und Ton nachvollziehen ließen. Die Ausstellung berichtete so bewusst aus der Perspektive des privaten Lebens und nicht ausschließlich aus geschichtswissenschaftlicher Sicht.

Yvette Steuer
Sachbearbeiterin

Museum

Landschaftsmuseum
Neuhofstrasse 3
04849 Bad Düben

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